Blutegeltherapie


Die Blutegeltherapie gehört zu den lokalen Blutentziehungsmaßnahmen. Vermutlich wurden bereits in der Steinzeit Menschen mit dieser Methode behandelt. Ihre Anwendung war fest im humoralpathologischen Weltbild verankert. Für Galen, der die europäische Medizin für über ein Jahrtausend prägte, waren die Blutegel ein unverzichtbarer Bestandteil der Therapie. Im Rahmen des humoralpathologischen Gedankengutes galt als typisches Anwendungsgebiet für die Blutegeltherapie die lokale Blutfülle. Manche Autoren schrieben aber den Blutegeln - im Gegensatz zu anderen lokalen Blutentziehungsverfahren - noch die besondere Eigenschaft zu, vor allem die schlechten Säfte aus dem Körper zu entziehen. Bei der Blutegeltherapie werden lebende Blutegel gezielt auf bestimmte Hautbezirke aufgesetzt. Der Blutverlust im Rahmen der nachfolgenden Blutung ist nur ein kleiner Teil des therapeutischen Effekts. Die hauptsächliche Wirkung kommt durch das Sekret des Blutegels zustande, das er in den Körper des Patienten einspritzt.
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